Der Mensch - Das unerschöpfliche Potenzial  
 
Was haben eine Schlange und ein menschliches Gehirn gemeinsam?
Sie hören nicht auf zu wachsen!

 
  Die Schlange wächst ihr gesamtes Leben. Deshalb muss sie sich auch in individuellen Abständen immer wieder mal häuten, sonst wird's ihr zu eng in ihrer Haut.

Das ist für die Schlange ein gefährlicher Moment, denn in der Zeit der Häutung ist sie sehr angreif- und verwundbar. Daher zieht sie sich für diesen Prozess gerne in ihren Schutzraum zurück.

 
 
Das menschliche Gehirn wächst auch. Allerdings nicht indem es seine Form und Größe nach außen verändert. Stellen Sie sich auch gerade vor, wie Sie in dem Fall ab und zu Ihren Kopf häuten müssten? Keine Sorge, von einem solchen Vorgang ist selbst in der modernsten Forschung nichts bekannt. Und zugleich passt der Vergleich. Das Gehirn wächst quasi innerlich und verändert seine physische Struktur. Ständig!

 
 

Das Medium für unsere Hirntätigkeit sind die Nervenzellen (Neuronen) des Gehirns und ihre Verbindungen untereinander. Es gibt nach verschiedenen Schätzungen 15-100 Milliarden dieser Zellen, und jede einzelne ist mit bis zu 10.000 anderen verbunden.

Das Gehirn ist also im Prinzip ein gigantisches Straßennetz mit mehreren 100.000 Kilometern Länge, das sich selbst immer wieder neu vernetzt und damit sein Potential erweitert.

 
 
Allerdings ist für das "unendliche innere Wachstum" des Gehirns eine Grundbedingung unabdingbar: Das Gehirn braucht Neues! Nur wenn wir uns immer wieder mit (noch) Unbekanntem beschäftigen, bleibt unser Hirn flexibel. Wissenschaftler nennen das die "Neuroplastizität des Gehirns" und meinen damit vereinfacht ausgedrückt: "Wenn Du immer wieder mal etwas Neues tust, bleibst Du jung." Oder wie Prof. Dr. Gerald Hüther, Leiter der Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen es formuliert: "Das Gehirn ist ein Problemlösungsorgan - nur wenn wir ständig vor neue Herausforderungen gestellt werden, entwickelt es sich optimal."

Im Vergleich mit der Schlange ist das Beschäftigen mit etwas Neuem und Fremden auch für uns im übertragenen Sinn der Moment der Häutung. Altes, Bekanntes und damit meistens auch mehr oder weniger gut Bewährtes muss so manches Mal abgestoßen werden, um den Wachstumsdrang nicht einzuschränken. Wenn wir dann einen Blick zurückwerfen in unsere eigene Biografie oder die unseres Unternehmens oder anderer Systeme: Wie viel musste sich ändern und wie viele Häutungen - bewusst oder unbewusst - haben wir alle schon hinter uns? Wie wertvoll und wichtig waren die allermeisten davon, auch wenn die ein oder andere vielleicht schmerzhaft war?

Wenn wir uns all das bewusst machen und uns klar wird, dass der oft erhoffte Zustand von Stabilität durch festhalten an Bewährtem nur kurz anhalten kann, bleibt die Frage warum wir uns meistens so schwer in Veränderungsprozessen tun?

 
  Die Antwort der Neurobiologen ist einfach, denn kaum etwas ist bis heute so gut wissenschaftlich verstanden wie Gewohnheiten, egal ob auf Dauer schädigend oder zuträglich. Bei der Ausübung von Gewohnheiten benutzt unser Gehirn immer wieder die gleichen "(Daten-) Autobahnen". Auf denen ist wie in echt richtig viel Verkehr. Dort geht es meist auch recht schnell zu.

Aber dieses Autobahnnetz gibt eine grobe Denkstruktur vor. Nur bestimmte "Ausfahrten" sind in Denkprozessen vorgesehen und mittendrin, - bei voller (Gedanken-)Fahrt etwas anderes tun - ist sehr schwierig. Das Meiste hat sich bereits verselbständigt. Schade eigentlich, denn Ideen, Inspirationen und damit Wachstum funktionieren so nicht. Wir bleiben "kleinkariert", "bei unserem Leisten" und "fressen eben nur das, was wir kennen". Die Sprache gibt genügend Bilder für diese Umstände, mit denen wir unsere Denkfähigkeiten und Potenziale förmlich in ein Korsett sperren, her.


ISBN-10: 3525014643
ISBN-13: 978-3525014646
 
 
Wenn Sie, egal ob als Personaler, Führungskraft oder Chef, festgefahrene Denk- und Handlungsmuster in Ihrem Umfeld vermuten oder gar kennen, lassen Sie sich von K&T inspirieren und gönnen Sie sich uns. Wir unterstützen Sie und Ihre Mannschaft im "Ausbau neuer Wege", damit ein langer und gesunder Entwicklungsprozess nicht durch zu enge "alte Häute" limitiert wird.

 
 
Und hier noch ein kleines Beispiel für eingefahrene Denkmuster…

Der Schmuggler

Jeden Tag ging Mulla Nasrudin mit seinem Esel über die Grenze, die Lastkörbe hoch mit Stroh beladen. Da er zugab, ein Schmuggler zu sein, durchsuchten ihn die Grenzwachen immer wieder. Sie machten Leibesvisitationen, siebten das Stroh durch, tauchten es in Wasser und verbrannten es sogar von Zeit zu Zeit. Mulla Nasrudin wurde unterdessen sichtlich wohlhabender.

Schließlich setzte er sich zur Ruhe und zog in ein anderes Land. Dort traf ihn Jahre später einer der Zollbeamten. "Jetzt könnt ihr es mir ja verraten, Mulla Nasrudin" sagte er. "Was habt ihr damals bloß geschmuggelt, als wir euch nie etwas nachweisen konnten?" Mulla Nasrudin antwortete: "Esel"
 
 
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